Volkspark Humboldthain: Rosengarten, Joggen, Freeclimbing und Bunkerbesichtigungen

Written by Jamie Sand
Volkspark Humboldthain: Rosengarten, Joggen, Freeclimbing und Bunkerbesichtigungen

Der Humboldthain ist ein schöner großer Park mit weiten Fluren. Hier spielen Serben und Kroaten gerne Boccia und türkische Frauen gehen mit Kopftuch joggen. Im Park finden sich Spiel- und Liegewiesen, mehrere Spielplätze, im Westen ein Freibad und nahe der Gustav-Meyer-Allee ein betreuter Abenteuerspielplatz . Die Bunkeranlagen kann man mit Führungen besichtigen und an der Außenwand als Mitglied des DAV freeclimben. Vom noch erhaltenen Flakturm hat man eine gute Sicht auf den Norden und Osten Berlins. Der Rosengarten bietet ein fantastisches Ruheplätzchen.

Der Humboldthain ist einer der drei großen Volksparks, die im 19. Jahrhundert neu angelegt wurden. Der Park entsand ab 1869 und war einerseits für die Freizeit und zur Erholung der umliegenden Bevölkerung gedacht und sollte zugleich  ihrer Fortbildung dienen. So gab es neben der Rodelbahn und den Spielplätzen zahlreiche exotische und seltene Pflanzen, die nach ihren Herkunftsregionen geordnet waren. Kleine Schildchen wiesen auf den Namen und die Herkunft hin. Allein der Bau eines aufwendigen Bewässerungssystems nahm mehrere Jahre in Anspruch. 1893 wurde im Humboldthain auch eine sogenannte »Geologische Wand« errichtet, die allerdings nach einigen Monaten wieder abgebaut und nach Blankenfelde gebracht wurde.

1941 /  1942 bauten italienische Freiwillige sowie französische Zwangsarbeiter zwei Bunkeranlagen, die den Park völlig zerstörten. Im Norden des Parks wurde als Fundament eine 80 mal 80 Meter große und 2,5 Meter dicke Betonplatte gegossen. Der Bunker hatte sieben Stockwerke und diente als  Luftschutzbunker und Flakstandort.
Nach dem Krieg war der Humboldthain praktisch zerstört. Die Bäume waren zum Heizen abgeholzt und die Bunker nicht kleinzukriegen. Bei einem Sprengversuch fiel nur ein Teil von ihm um, der Rest der Sprengladung zerstörte stattdessen Häuser in der Brunnenstraße. Daraufhin verzichtete man auf weitere Versuche, den Bunker abzureißen, schüttete die Gebäude zu und gestaltete den Park seit 1950 neu.

Die Bunkeranlagen hier und weitere am nahegelegenen U-Bahnhof Gesundbrunnen kann man mit dem Berliner Unterwelten e.V. erkunden. Wer frische Luft und weite Sicht bevorzugt, kann sich an der Kletterwand im Humboldthain des Deutschen Alpenvereins versuchen. Produktempfehlungen Kletterseil

 

Im Park bietet sich eine befestigte Laufstrecke über 2,1 km ohne Steigungen an. Sie kann durch Anstiege variiert und erweitert werden. Der Park ist rund um die Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich, die Wege sind allerdings  unbeleuchtet. Auf den Wiesen strecken sich am frühen morgen Yogis und Tai-Chi-Anhänger. Produktempfehlungen zu Laufschuhe und Pulsmesser